Unitymedia: Endlich gutes und schnelles Internet

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NOTE: This post is exceptionally in german. This has to do with the content because it’s only relevant for people who live in Germany.

Nun sitze ich also hier … mit meiner Unitymedia FritzBox und einer 5,- € teureren Rechnung jeden Monat. Unitymedia hat gewonnen … oder hab ich gewonnen? Vermutlich ist es eine Win-Win Situation, denn mein Internet läuft nun endlich richtig gut!

Unitymedia, Netflix, Verbindungsabbrüche, …

Jeder der mein Blog etwas verfolgt ist bestimmt schon auf mein Unitymedia / Netflix Problem hier gestoßen. Auch wenn ich das Problem durch eine geringere MTU beseitigen konnte, so kam es bei meinen normalen Surfaktivitäten doch noch öfters vor, dass es zu Verbindungsabbrüchen kam, oder die Seite einfach mal eine halbe Ewigkeiten laden musste. Witzig an dieser Geschichte war, dass mir aufgefallen ist, dass ein Download zwar die Downloadgeschwindigkeit immer erst einmal langsam hochgezählt hatte, ich aber immer mit nahezu voller Geschwindigkeit meiner 120er Leitung laden konnte.

Unitymedia DNS Server Krücken

Nach weiteren Tests hatte ich das Problem auch dafür schnell ausgemacht. Die Unitymedia DNS Server sind einfach nur langsam. Vollkommen egal ob man über IPv4 oder IPv6 mit denen kommuniziert, die Dinger sind immer langsam. Homepages die man in kürzeren Abständen aufruft, waren auf Grund der lokalen DNS Caching Funktion der einzelnen Betriebssysteme schnell geladen. Seiten, die sich jedoch nicht im Cache befunden haben, und die passende IP zum DNS erst aufgelöst werden musste, haben hingegen ewig gebraucht. Also habe ich an allen Arbeitsstationen + meinem Homeserver den per DHCP verteilten DNS Server (IP des Technicolor Modems) ausgetauscht und durch einen empfohlenen des Chaos Computer Clubs (IP: 85.214.20.141, von DigitalCourage) ersetzt und voilà, die Seiten bauten sich deutlich schneller auf. Es kam zwar immer noch zu Verbindungsabbrüchen, aber irgendwann schraubt man seine Erwartungen dann doch runter.

Meine Erlösung: Die FritzBox 6490 Cable

Ich muss zugeben, viele Monate konnte ich damit leben. Irgendwann, ich glaube es war innerhalb eines Bestellprozesses der beim Zahlvorgang auf Grund eines erneuten Verbindungsabbruch gescheitert war, war es mir dann doch zu viel. Ich hab mir lange überlegt ob ich mit Unitymedia einen Schriftverkehr beginnen soll, mit der Aufforderung um sofortige Lösung dieser Probleme, oder aber mit einer außerordentlichen Kündigung. Fakt jedoch ist: Unitymedia bietet bei mir mit Abstand den höchsten Downstream bei vergleichsweise erschwinglichen Kosten. Als ich dann in den etlichen Kabelinternet Community Foren lesen konnte, dass so ziemlich jeder mit diesen mitgelieferten Technicolor Routern Probleme hatte war die Sache klar. Ich wollte wieder, wie einst zu Telekom Zeiten, eine FritzBox. In diesem Fall habe ich mich direkt für die bei Unitymedia erhältliche FritzBox 6490 Cable entschieden. Auch wenn diese, auf Grund des Mietmodells, mir niemals gehören wird.

FritzBox ImageDie FritzBox 6490 Cable, Bild: amazon.de

Mieten vs. Kaufen

Warum ich eine FritzBox für 5,-€ im Monat gemietet habe anstelle mir die FritzBox 6490 Cable bspw. über Amazon zu kaufen? Ich habe da wirklich lange überlegt ob das Sinn macht. Und ja, das mieten für mich macht Sinn, denn:

  • Kabel FritzBoxen sind teuer! Und zwar richtig teuer. Der Preis für die 6490 liegt bei Amazon derzeit bei 188,- € (Stand: 09.02.2017). Bei den 5,- € Mehrkosten im Monat müsste ich also fast 4 Jahre mit der gleichen FritzBox arbeiten, damit ich die Kosten wieder drin habe. Alternativen zu Kabel FritzBoxen scheint es zudem derzeit nicht zu geben.
  • Wenn die FritzBox einmal bei mir Probleme machen sollte ist für mich eins klar: Unitymedia erhält das Ding zurück und hat mir das zu ersetzen. Durch das Mietmodell habe ich garantiert, dass dieser Router funktioniert. Sollte nach 2 Jahren ein Defekt auftreten können die nachbessern, oder mir gleich das neue Modell schicken.
  • Das Kabelnetz ist ein Monopol. Wenn ich je wieder weg wechseln sollte habe ich nur die Möglichkeit ins Telekom Netz mit seinen unzähligen Anbietern (1&1, O2, Telekom, …) zu wechseln. Wo ich wohne ist es nicht möglich bspw. zu Kabel Deutschland zu wechseln. Die Leitungen gehören Unitymedia und da darf derzeit auch nichts anderes drüber. Warum sollte ich also eine FritzBox behalten wollen, welche mir nach einer Kündigung ohnehin nichts mehr bringt?
  • Ich hatte zudem auch keine Lust mich mit Unitymedia in einen Schrifverkehr bzgl. der Zugangsdaten zu begeben. Auch wenn der Routerzwang in Deutschland abgeschafft wurde, so liest man immer wieder, was für ein Tortur es ist, seine Routerdaten zugeschickt zu bekommen. Die gemietete FritzBox ist bereits fertig mit meinen Zugangsdaten ausgestattet. Also nur noch einstecken und das Feintuning durchführen.

Ich kann natürlich jeden verstehen, der seine FritzBox doch lieber sein Eigen nennen möchte. Schließlich sind die 5,- € die ich jeden Monat für 3 Telefonnummern (ich brauch kaum eine), die Faxfunktion und die FritzBox bezahle weg. Der Gegenwert ebenfalls, sollte ich mal kündigen. Sollte einem die FritzBox gehören kann man diese immerhin noch als WLAN Access Point einsetzen oder gar verkaufen.

Derzeitiger Stand

Die FritzBox läuft bei mir nun seit gut einer Woche. Unitymedia bucht auch schon fleißig den Mehrpreis ab. Allerdings muss ich sagen, dass es mir diese 5,- € mehr im Monat nun tatsächlich doch wert sind. Ich habe nun endlich ein schnelles Internet, egal in welcher Situation. Streaming lädt schneller und Netflix wirft keine komischen Fehler mehr. Bei meinem wenigen Online Gaming habe ich das Gefühl, dass der Ping besser ist. Zumindest bestätigt mir das auch speedtest.net. Wo zuvor noch 25ms als Ping ausgegeben wurden, sind es nun auf einmal nur noch 15ms. Surfen funktioniert jetzt absolut ohne Verbindungsabbrüche und Downloads starten immer gleich mit der bestmöglichen Geschwindigkeit und fangen nicht an bei 500kb/s hoch zu zählen. Und das jetzt alles ohne Änderungen an der Standard MTU vornehmen zu müssen.
Was ich jedoch auch bei der neuen FritzBox nicht vermeiden konnte, war es externe DNS Server zu verteilen. Benutzt man den integrierten DNS Server der FritzBox benutzt man damit auch die Unitymedia DNS Server. Das Resultat davon ist, wie auch oben schon beschrieben, identisch wie mit dem Technicolor Router: DNS Abfragen dauern einfach ewig lange. Auch an dieser Stelle kann ich nur noch einmal auf die Seite des Chaos Computer Clubs verweisen. Dort wird der DNS Server von DigitalCourage (früher FoeBud) erwähnt, welchen ich selbst auch verwende (IP: 85.214.20.141). Die FritzBox bietet zum Verteilen von externen DNS Server via DHCP sogar eine passende Option. Zu finden ist diese unter
Heimnetz –> Netzwerkeinstellungen –> IP-Adressen –> IPv4-Adressen:

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Bild: Ein externe DNS Server kann in der FritzBox hinterlegt werden.

Fazit

Unitymedia hat nun also gewonnen. Ich habe mir eine FritzBox als Router gekauft gemietet, da ich von dem Technicolor Router einfach nur noch genervt war. Oder habe ich gewonnen, weil ich nun endlich das Internet habe, wie ich es mir gewünscht habe? Vermutlich ist das eine Win-Win Situation 🙂

Weiterführende Links:

Unitymedia, Amazon Fire TV und Netflix …

Netflix Logo

Bildquelle: wikipedia.org

NOTE: This post is exceptionally in german. This has to do with the content because it’s only relevant for people who live in Germany.

Update, 13.02.2017: Mittlerweile habe ich mir eine FritzBox zugelegt und Erfahrungswerte dazu in Verbindung mit Unitymedia gesammelt: Unitymedia: Endlich gutes und schnelles Internet

Unitymedia, Amazon Fire TV und Netflix … was hab ich mich nicht die letzten Tage mit diesen drei Komponenten herumgeärgert. Aber warum eigentlich?

Um das zu erläutern, muss ich erst einmal ein wenig ausholen. Ich bin seit geraumer Zeit Unitymedia Kunde. Um genau zu sein seit ca. einem halben Jahr. Vor etwa einem Monat muss ein “stilles Update” von Seitens Unitymedia auf meinem Router durchgeführt worden sein. Nun ist das ja nichts Neues, seit einem Zwangsrouter von Seitens der Provider verordnet werden. Das Schlimme an diesem Update jedoch ist, dass ich als Netflix Kunde und Amazon Fire TV Nutzer seither keinerlei Konnektivität mehr zu den Netflix Servern über die offizielle Netflix App auf dem Amazon Fire TV mehr herstellen kann. Es erscheint lediglich bei jedem Starten der App der Fehler “ui-113” mit der Information, dass keine Verbindung zu den Netflix Servern hergestellt werden konnte.

Der Workaround als Lösung

Ich habe etliche Stunden damit verbracht das Netz zu durchforsten. Das Problem wird nämlich immer wieder auch in diversen Foren besprochen.
Eine sehr hilfreiche Diskussion fand dabei im computerbase.de Forum statt. Hier konnte ich entnehmen, dass wohl das Anpassen der MTU hilft. In vielen Fällen wird von 1450 Byte anstelle von den standardmäßigen 1500 Byte gesprochen. Ich selbst habe mittlerweile meine MTU auf 1400 angepasst und seither funktioniert Netflix bei mir auch wieder auf dem Amazon Fire TV.

Viele im Forum haben geschrieben, dass es ihnen auf Grund ihres Routers, den sie von Unitymedia gestellt bekommen haben, nicht möglich sei die MTU zu ändern. Der Wert sei fest von Unitymedia vorgegeben.
Ich selbst habe ein “Connect Box” von Unitymedia. Leider kann ich nicht sagen, um welches Gerät es sich genauer handelt, jedoch steht mir die Schaltfläche zum Ändern der MTU zu Verfügung:

router

Alternativ hab ich auch zwei weitere Methoden versucht, welche ebenfalls beide dazu geführt haben, dass Netflix über den Amazon Fire TV wieder funktioniert, auch wenn die MTU auf dem Router von Unitymedia immer noch auf 1500 steht:

  1. Weiterleiten des Datenverkehrs über einen Home Server: Dies funktioniert natürlich nur, wenn ihr einen Homeserver zu Hause habt. In diesem Fall kann dieser Server als Gateway für den Fire TV genutzt werden. Eine entsprechende Konfiguration des Servers im Vorfeld versteht sich natürlich.
    Durch das Anpassen der MTU auf dem Netzwerkinterface des Servers, hat dies auch entsprechend Einfluss auf die MTU des Fire TVs. Dem Fire TV muss die IP Adresse des Servers als Gateway hinterlegt werden.
  2. Kauf eines Routers, welche hinter die Unitymedia Box geschalten wird: In diesem Fall kauft ihr euch bspw. eine kleine Variante der FritzBox von AVM. Alternativ gibt es natürlich auch noch andere Router wie z. B. von TP-Link, von denen viele Modelle ebenfalls das Anpassen der MTU unterstützen. In diesem Fall muss der (neue) Router jedoch so konfiguriert werden, dass dieser kein DHCP Server mehr anbietet (das macht nämlich bereits die Box von Unitymedia). Außerdem muss die IP Adresse entweder ermittelt werden, sofern der Router über DHCP von der Unitymedia Box eine IP Adresse zugewiesen bekommt, oder diese manuell gesetzt werden (empfohlen). Sofern diese Punkte beachtet werden, kann abschließend die MTU im (neuen) Router gesetzt, und anschließend die IP Adresse eben dieses Routers im Amazon Fire TV als Gateway hinterlegt werden.

Gibt es mit der Umstellung der MTU irgendwelche Nachteile?

Im Grunde nicht. Es werden mehr Pakete verschickt wie bisher, da die maximale Paketgröße nun 1400 Bytes anstelle von 1500 Bytes ist, jedoch konnte ich in keinem Fall feststellen, dass darunter bspw. mein Ping oder meine Downloadrate zu leiden hatte. Insofern ist das alles “in Ordnung” und in gewisser ein Workaround, der auch getrost permanent genutzt werden kann.

Was sagen eigentlich Unitymedia, Amazon und Netflix zu diesem Problem?

Wie man im Netz an verschiedenen Stellen liest, machen die drei keinen großen Hehl daraus, dass es derzeit Probleme gibt. Jedoch schieben diese sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Immerhin liest man in einem Forum, dass sich alle drei zusammensetzen um das Problem zu lösen.

Das Ganze erinnert einen auch an die Vorkommnisse im Playstation Network, als der Login einfach nicht mehr möglich war. Damals hatte man sich ebenfalls damint beholfen, dass man die MTU in der PS4 von 1500 auf 1450 herabsetzt und schon war der Login wieder möglich … schon komisch, was manchmal 50 Byte hin oder her ausmachen können 🙂